Die Mission von Dr. Jus in Goa

Rajiv Perez M.D. (Hom), Homöopath, Goa

Dr. Rajiv Peres ist Homöopath mit einer eigenen Praxis ist Goa. Er ist Absolvent des Shri Kamaxidevi Homoeopathic College. Während mehr als zehn Jahren hat er an den Goa-Praktika teilgenommen und auch als Übersetzer fungiert.  Dr. Jus war schon einige Zeit auf der Suche nach einem geeigneten Ort in Indien für sein Projekt. Sein lieber Freund Dr. M.P. Arya aus Pune empfahl ihm dann mit dem Kamaxidevi-Spital in Goa Kontakt aufzunehmen. Dr. Jus' Mission war, Homöopathie nah am Bett oder im Spital zu unterrichten.

Dr. Jus war immer fröhlich, wenn er nach Goa kam, er freute sich, jedem SHI- und Kamaxidevi-Schüler die Wunder der Homöopathie zu zeigen. Sein Verstand war immer wachsam, so dass jeder Patient auf die bestmögliche Weise untersucht und behandelt wurde. Dr. Jus befragte nicht nur feinfühlig die einheimischen Patienten in Goa und brachte die feineren Symptome zum Vorschein, sondern er verstand auch die Psychologie hinter ihrer Schüchternheit und Bescheidenheit.
Dr. Jus lehrte uns Homöopathen, uns wie ein Profi zu verhalten. Er sagte uns immer wieder: "Homöopath sein zu dürfen ist das grösste Geschenk und wir sollten uns stolz und nie kleiner als die Schulmediziner fühlen."
Er wünschte sich auch, dass wir mutig sind, um ein gutes Beispiel zu geben, indem wir auf unnötige Unterdrückungen von Symptomen und Krankheiten aufmerksam machen und die Menschen informieren. Er plädierte für eine Änderung der Lebensweise, für gesunde Essgewohnheiten bei denen, die Warnzeichen an sich selbst zeigten. Ich hörte ihn sagen: "Übungen und körperliche Bewegung sind eine kostenlose plastische Operation für Ihre Figur". Er war völlig gegen Operationen, die nicht erforderlich waren und gegen Impfungen, da er die gravierenden Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit immer wieder beobachtet hatte. In diesem Sinne war er ein Bewahrer der Gesundheit. Er war traurig, wenn er sah, wie sich Menschen in Maschinen verwandelten, die die ganze Zeit nur mit Kopfhörern und Laptops beschäftigt waren, anstelle die Schönheit des Lebens und der Natur zu geniessen. Seine ständige Forderung war, für die Sache der Homöopathie zu leben. Er lehrte und zeigte uns auf elegante Weise direkt am Patienten was zu beobachten und zu behandeln war. Der Patient erhielt seine Ratschläge und Lebenstipps, die so individuell ausgewählt wurden, dass sich jeder wirklich verstanden fühlte.
Seine Beobachtungsfähigkeiten waren bemerkenswert. Er betrachtete den Patienten ganzheitlich bis er den Menschen hinter der Krankheit sah und den Kern des Menschen spürte. Er wusste, dass es nicht ausreicht, nur oberflächliche Akutmittel zu geben! Die Ehrlichkeit in seiner Lehre war phänomenal. Er sprach nicht, um zu beeindrucken, sondern um auszudrücken. Er bereitete den Patienten darauf vor, das Unvermeidliche zu akzeptieren, z.B. Pickel im Teenageralter und Haarausfall im Alter. Für diejenigen, die nicht anmutig alt werden wollten, fragte er: "Wollen Sie ewig jung bleiben?".
Die Fallbearbeitung von Dr. Jus war einzigartig und er unterschied sorgfältig zwischen den möglichen Arzneien nach leicht verständlichen Prinzipien. Ich begann als Übersetzer für Dr. Jus und wusste, dass ich viel von ihm lernen konnte. Dr. Jus machte seine Botschaft einfach, so dass sie die Unsicherheiten wegnahm und uns stärkte. Er war voller Liebe und hat uns immer seine Liebe gegeben.
Nicht jede Person, die emotional oder spirituell aus dem Gleichgewicht geraten ist, fällt in die Zuständigkeit des Homöopathen, aber die Zahl, der Dr. Jus helfen konnte, ist viel grösser als vermutet. Er war so gesegnet mit der seltenen Gabe, die erhabenen Geheimnisse der Homöopathie in einer Sprache präsentieren zu können, die auch der moderne Mensch versteht. Er war eine Quelle der Erleuchtung und immer offen für Diskussionen im Geiste eines echten Dialogs, damit die Homöopathie gedeihen kann.
Das Praktikum, das von Dr. Jus geleitet wurde, hiess "Goa School". In der "Goa School" war bei dem intensiven Trainingsprogramm Pünktlichkeit und Disziplin wichtig. Obwohl die Pausen kurz waren, war keine einzige Beschwerde von den Teilnehmern zu hören. Zweimal pro Woche wurden in abgelegenen Gebieten oder armen Dörfern Camps mit freier homöopathischer Behandlung, vorzugsweise am Sonntag, durchgeführt, damit mehr Patienten davon profitieren konnten. Die Camps dauerten jeweils den ganzen Tag. Dr. Jus arbeitete unermüdlich. Für ihn war dieser Dienst am Menschen ein sicherer Weg zur Freude. Sein Gedächtnis war so scharf, dass selbst wenn der Patient nach drei Jahren zurückkehrte, Dr. Jus sich noch daran erinnerte. Seine Methode war sehr präzise. Niemand konnte ihn von seinen Fragen ablenken, weil er beharrlich war. Ich erinnere mich an den Fall einer 23 Jahre jungen Frau, die seit sechs Jahren unter Migräne litt. Sie erhielt von Homöopathen verschiedene homöopathische Kopfschmerz-Arzneien, die aber keine Erleichterung ihrer Beschwerden brachten. Erst Dr. Jus verstand, welche Ursachen ihre Schmerzen hatten. Sie erlitt einen Schock, als ihr Cousin durch einen tragischen Motorradunfall starb. Die Trauer und der Schmerz über den Verlust waren immer noch frisch und präsent. Die Enttäuschung über ihren Bruder, der sich seine Hochzeit durch sie finanzieren liess, verbarg sie still in sich. Bei emotionalen Problemen und Kopfschmerzen blieb sie still und wollte allein sein. Ihre Kopfschmerzen wurden durch die Sonne schlimmer. Dr. Jus verschrieb Natrium muriaticum M, 2 Dosen, um diese Probleme zu lösen, an der Wurzel zu behandeln. Die Wirkung war erstaunlich. Im ersten Monat nach der Einnahme hatte sie nur zwei milde Migräneanfälle und danach war die Migräne verschwunden. Sie begann sich zu wehren und für sich einzusetzen. Sie schluckte ihre Emotionen nicht mehr. Die Migräne kam in den Jahren danach nie mehr zurück.

„Jegliche Manipulation von Zellen und Genen, nur weil wir neuestens das Hightech-Instrumentarium verfeinert haben, bedeutet, dass wir versuchen, die fundamentale Schöpfung der Natur zu manipulieren.“

Ein fettleibiger 46 Jahre alter Mann wurde aufgrund eines massiven Gichtanfalls, der ihn nahezu immobil machte, ins Spital eingeliefert. Er war Vater von zwei Kindern und Besitzer eines Restaurants. Sein Harnsäure Wert betrug 7,3mg/dl. Alle Gelenke waren geschwollen und sehr schmerzempfindlich, besonders seine Fussknöchel waren sehr schmerzhaft. Seine Fusssohlen schmerzten ebenfalls, dazu kamen noch sehr empfindliche Hühneraugen. Die brennenden Schmerzen waren nachts durch die Bettwärme noch schlimmer. Eis auflegen besserte die Beschwerden etwas. Vor 18 Jahren trank er massiv Alkohol, nach seiner Heirat stoppte er den Alkoholkonsum total. Er war grob gegenüber seiner Familie und nahm sich keine Zeit für sie. Er litt seit Jahren unter Sodbrennen, wenn er unregelmässig ass. Er liebte Fleisch und Süssigkeiten. Dr. Jus verschrieb ihm Ledum C200, 9 Dosen. Interessant war die Reaktion danach. Innerhalb von 3 Tagen konnte er wieder laufen und Auto fahren. Er begann erstmals für seine Kinder und seine Frau das Frühstück zuzubereiten. Der Harnsäurewert sank auf 3,3 mg/dl. Am Tag nach der ersten Einnahme begann sein Bauchnabel zu eitern, der Eiter war reizend und stinkend. Dr. Jus warnte den Patienten damals, den Eiter zu behandeln oder ihn zum Verschwinden zu bringen. Er sollte nur den Bauchnabel reinigen. "Es ist eine notwendige miasmatische Erleichterung, die fliessen muss!" Nach einer Woche verschwand der Eiter von selber nach und nach. Die Familie war sehr dankbar, da der Patient in seinem Wesen geheilt wurde, nicht nur von der Gicht.

Ein anderer Fall, der für mich sehr eindrücklich war, betrifft eine 18 Jahre junge Frau mit Trisomie 21, die unter Hypothyreose litt. Jeden Winter wurde sie krank und litt unter Erkältungen und bronchialen Infekten. Sie litt unter Schwellungen und Schmerzen in den Fingergelenken. Dr. Jus fand heraus, dass sie es nicht ertrug, wenn jemand weinte oder etwas Trauriges erzählte. Sie war sehr mitfühlend und wollte immer helfen. Andererseits war sie extrem stur und wollte nicht zuhören oder in der Familie mithelfen. Ihre Haut zeigte schnell blaue Flecken. Vor zwei Jahren wurde sie wegen einer Steissbeinfistel operiert. Ihre Menarche bekam sie mit 9 Jahren, die Menstruation dauert jeweils 3 Tage mit einer schwachen Blutung. Dr. Jus verschrieb ihr Calcium carbonicum XM, 3 Dosen. Er erklärte mir anschliessend, wie wichtig es sei, das Mittel nicht schnell zu wechseln oder zu wiederholen. Ein Jahr später sahen wir sie im Camp für freie homöopathische Behandlung wieder. Die Erkältungsneigung und Bronchialbeschwerden waren nicht mehr aufgetreten. Sie konnte Eis essen und eisgekühlte Getränke trinken ohne krank zu werden. Ihre Gelenkschmerzen waren viel besser geworden. Sie konnte jetzt damit umgehen, wenn jemand weinte oder traurige Geschichten erzählte. Sie hörte nun zu und nahm auch Ratschläge oder Hilfe an. Sie half der Mutter nun auch bei der Betreuung ihrer jüngeren Geschwistern und machte einen grossen Entwicklungsschritt. Welche unglaublichen Veränderungen im Leben von so vielen Menschen bewirkte Dr. Jus!

In den letzten 12 Jahren, in denen ich Dr. Jus begleiten durfte, wurde ich Zeuge von so vielen erstaunlichen Heilerfolgen, sowohl in chronischen wie auch in akuten Fällen. Patienten mit Arthritis, Asthma, Schizophrenie, Depressionen, fortschreitenden Ulzerationen oder Epilepsie erlebten durch seine Behandlung eine rasche Besserung und fühlten sich danach nachhaltig wohl. Ich brachte viele meiner Patienten zu ihm, welche enorm von seinen meisterhaften Verschreibungen profitierten. Er war ein grossartiger Homöopath und Heiler. Trotzdem sagte er immer wieder: "Dr. Bose wusste viel mehr als ich." Dr. Jus arbeitete immer voller Hingabe, liebevoll und voller Menschlichkeit. Er unterwies uns Homöopathen, in unserer Arbeit auch spirituell und menschlich zu werden und zu handeln. Er hörte selber nie auf, an sich zu arbeiten und weiter zu entwickeln, spiritueller zu werden. Er lebte die Homöopathie. Auch philosophisch lehrte er uns so vieles. Dr. Jus' Lehren haben Spass gemacht, weil er ein inspirierender Geschichtenerzähler war, voller Humor. Nach dem Mittagessen hörte ich ihn einmal sagen: "Kein Appetit nach dem Essen, das ist eine sehr gute Rubrik". Er lehrte uns die Kunst, Symptome künstlerisch zu erfassen. Er warnte uns davor, dass, wenn wir als Wissenschaftler an einem Gemälde mit Lineal und Kompass arbeiten, es keine Kunst, sondern Geometrie sein wird.
Er erklärte uns auch, dass Weinen kein Zeichen von Schwäche sei. Er war überzeugt, dass nur starke Persönlichkeiten weinen können. Es ist eine Reinigung, erklärte er, die Tränen waschen die Probleme heraus. Weinen war für ihn so essentiell wie Regen. "Kein Regen, das gibt Probleme. Auch beim Menschen muss das Wasser fliessen, sonst gibt es innerlich Stau." Wenn er so philosophisch mit uns diskutierte, konnte ich nur wie gebannt zuhören. Er lehrte uns auch, uns von der Psora zu lösen, leichter zu werden. "Diejenigen die alles sammeln und anhäufen, entwickeln Angst vor dem Verlust, vor dem Tod. Diejenigen die sich befreien und glücklich sind, auf Gott vertrauen, leben viel schöner."

Diese Webseite verwendet Profilierungs-Cookies von Dritten, um Ihnen Werbemitteilungen anzuzeigen, die Ihren Vorlieben entsprechen. Wenn Sie mehr darüber erfahren oder die Verwendung von Cookies unterbinden möchten, klicken Sie bitte hier. Klicken Sie hingegen auf irgendein anderes Element dieser Webseite und NICHT auf den obenstehenden Link, so stimmen Sie der Verwendung der Cookies automatisch zu.
OK