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Individuelle Behandlung
In der Homöopathie ist jeder Patient eine individuelle Persönlichkeit.
Zwei Patienten, die an ein und derselben Krankheit leiden, können unterschiedliche
Verschreibungen erhalten. Wichtig für den Homöopathen ist nicht die
Krankheit an sich, sondern die Art, wie der betreffende Patient diese Krankheit
ausdrückt.
Eine gründliche, ausführliche Fallaufnahme ist erforderlich,
um das richtige Mittel zu finden. Dabei ist sowohl die gesamte
gegenwärtige und vergangene Geschichte des Patienten als
auch die seiner Familie wichtig. Auch Charakter und Naturell
des Patienten (eifersüchtig, misstrauisch, aufbrausend,
introvertiert usw.), seine Vorlieben und Abneigungen sowie die
Umstände, unter denen sich sein Leiden bessert bzw. verschlimmert,
spielen eine bedeutende Rolle.
Einzelmittel und minimale Dosis
In der klassischen Homöopathie wird jeweils nur ein einziges homöopathisches
Mittel, das nur eine einzige Substanz enthält, angewendet. Die Wiederholung
einer Mittelgabe findet nur bei Bedarf statt und wird auf das Minimum beschränkt.
Verlauf des Heilungsprozesses
Die Heilung verläuft …
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von innen nach aussen und von wichtigen zu weniger wichtigen
Organen. Zuerst wird sich der Patient psychisch besser fühlen,
dann werden die lebenswichtigen Organe (Herz, Lunge, Niere
usw.) und zuletzt die übrigen Körperteile (Gelenke,
Haut usw.) geheilt. Leidet ein Patient an mehreren Beschwerden,
werden auch diese nach demselben Prinzip geheilt; so wird
z. B. Asthma vor einer Hautkrankheit verschwinden bzw. geheilt
werden. |
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von oben nach unten. So werden z. B. bei Schmerzen an mehreren
Gelenken zuerst Nacken und Schulter besser, dann folgen Hüfte,
Knie und zuletzt die Füsse. |
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in umgekehrter Reihenfolge, d. h., es verschwinden die
Symptome zuerst, die zuletzt aufgetreten sind. |
Homöopathische Erstreaktion
Nach der Einnahme eines homöopathischen Mittels kommt es oft – insbesondere
bei der Behandlung chronischer Leiden – zu einer vorübergehenden
Verstärkung der körperlichen Beschwerden oder es treten alte Symptome
wieder auf. Diese sogenannte Erstreaktion oder Erstverschlimmerung ist positiv
zu werten: Das Mittel hat die Lebenskraft stimuliert, und der Organismus wird
zur Selbstheilung angeregt.
Grundsätzlich können Symptome alter Krankheiten, an denen Sie Jahre
zuvor gelitten haben, wieder auftreten, d. h., diese Erkrankungen wurden nur
scheinbar geheilt, in Wahrheit aber unterdrückt. Mit dem homöopathischen
Mittel können sie definitiv geheilt werden.
Darüber hinaus können bei einer Erstverschlimmerung weitere Symptome
auftreten. Dazu einige Beispiele.
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Man ist für einige Zeit ärgerlich, sehr impulsiv
oder weinerlich, hat die eigenen Emotionen nicht unter Kontrolle. |
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Man muss mehr und häufiger urinieren. |
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Bestehender Hautausschlag wird für einige Zeit stärker. |
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Das Asthma bessert sich, aber es erscheint Hautausschlag. |
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Eine Erkältung, Nebenhöhlenentzündung oder
Mittelohrentzündung bricht nochmals aus. |
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Man bekommt Durchfall oder Erbrechen. |
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Man bekommt Kopfschmerzen. |
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Man bekommt Rückenschmerzen. |
Bitte nehmen Sie während der Erstverschlimmerung keine
anderen Medikamente – auch keine homöopathischen Mittel –,
bevor Sie nicht Rücksprache mit dem behandelnden Homöopathen
genommen haben.
| Was bei einer homöopathischen
Behandlung zu beachten ist |
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Homöopathische Mittel sollten nicht mit der Hand berührt
werden. |
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Sie sollten nicht in der Nähe von Parfum oder anderen
stark riechenden Substanzen aufbewahrt werden. |
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Die Einnahme sollte nur mit völlig sauberem Mund erfolgen,
d. h., am besten spült man vor der Einnahme den Mund
mit Wasser. |
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Das Mittel sollte auf nüchternen Magen genommen werden.
Nach der Einnahme sollte mindestens eine halbe Stunde lang
nichts gegessen oder getrunken werden. |
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Auf die Anwendung von Kampfer (kampferhaltige Salben oder Öle
usw.) muss unbedingt verzichtet werden, da Kampfer die Wirkung
fast jedes homöopathischen Mittels aufhebt. Ätherische Öle
sollten ebenfalls vermieden werde, da sie die Wirkung von
homöopathischen Mitteln abschwächen können. |
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Pfefferminze schwächt die Wirkung bestimmter Mittel
ab. Falls angezeigt, wird Ihr Therapeut Sie darauf aufmerksam
machen. |
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Der regelmässige Konsum von Kaffee schwächt die
Wirkung der homöopathischen Mittel ab. Bei gewissen
Mitteln hebt sogar schon eine einzige Tasse Kaffee die Wirkung
ganz auf. Als Ersatz empfehlen wir Ihnen Getreidekaffee.
Falls Sie gar keinen Kaffee trinken dürfen, wird Ihr
Therapeut Ihnen dies mitteilen. |
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